Per Post – SCV holt drei Punkte in Detmold

Hochmut kommt bekanntlich nicht selten vor dem Fall. Mit einer ordentlichen Portion von nennen wir es mal „Selbstbewusstsein“ ging der Post TSV Detmold, zu Beginn der Saison den Staffelwechsel in die Bezirksliga 3 an. Nicht zuletzt die deutlich erhöhte Wahrscheinlichkeit in dieser Liga am Ende den Ausftieg erreichen zu können wurde öffentlich als Beweggrund für den Wechsel aus der Staffel 2 angeführt. Spätestens nach dem 2:1 (1:0)-Sieg unseres SCV gestern auf dem Detmolder Werresportplatz sind derlei Träume allerdings wohl ausgeträumt. Nachdem die Blau-Gelben schon das Hinspiel (4:1) für sich entscheiden konnten bedeutet der zweite Erfolg in diesem Jahr ein Punktepolster von elf Zählern auf die Lipper.

Dass Detmold allerdings durchaus über eine gewisse fußballerische Klasse verfügt, war auch gestern deutlich erkennbar. Es war ein gutes Bezirksligaspiel, dass aber beidseitig von Taktik geprägt war und dadurch in der ersten Hälfte das ganz große Spektakel vermissen ließ. In einer insgesamt recht ausgeglichenen Anfangsphase hatten dabei die Bekekicker etwas mehr vom Spiel und folglich auch die ersten guten Gelegenheiten. Mal wieder sollte ein Tor in der Anfangsviertelstunde für die Führung sorgen. Lars Bornefeld eröffnete mit einem Diagonalball auf Mark Leinung einen SCV-Angriff. Der setzte sich im Kopfballduell gegen seinen Gegenspieler durch und leitete die Kugel weiter auf den von links durchstartenden Peyman Gorji. Frei vor Detmolds Pisarenko schlug er geschickt einen Haken und wurde anschließend vom Keeper gelegt. Keine Zweifel, das war ein Elfmeter. Rene Wegs übernahm die Verantwortung und verwandelte unten rechts zum 1:0 aus Gästesicht (12.). Die Gastgeber ließen sich vom Rückstand aber nicht aus dem Konzept bringen. Mit viel Ruhe und Souveränität rotierte der Ball im Spielaufbau durch die eigenen Reihen. Doch ständig stand einem der rot gekleideten Detmolder mindestens ein Gelber im SCV-Dress auf den Füßen. Gelang dies einmal nicht so wurde es über die Ballverteiler Cömert, Unrau und Johann Felker stets gefährlich. Eine echte Einschussgelegenheit bot sich den Gastgebern aber nur einmal. Alexander Felker taucht plötzlich völlig frei vor Alexander Wulf auf. Der junge SCV-Schlussmann verkürzte den Winkel jedoch geschickt und ging so als Sieger dieses Eins-gegen-Eins-Duells hervor (25.). Echte Torchancen waren aber auch für Neuenbeken bis zur Pause Mangelware. Miguel Soylu hätte allerdings um ein Haar für einen Zwei-Tore-Vorsprung gesorgt. Sein Abschluss aus 18 Metern fand jedoch leider nur den Weg an den Außenpfosten (37.). Kurz vor dem Pausentee hatte man wiederum Glück, dass Detmolds aufgerückter Innenverteidiger Albrecht einen Cömert-Freistoß am langen Pfosten nicht kontrollieren konnte (42.). So war der Ball leichte Beute für Wulf und es ging mit dem 1:0 aus Sicht der Cirrincione-Elf in die Halbzeit. Auch, weil sowohl Leinung als auch Soylu in zwei Situationen jeweils Pech mit Abseitsentscheidungen des Schiedsrichters hatten. In beiden Szenen wäre der Weg zum Detmolder Tor frei gewesen.

Mit Beginn des zweiten Durchgangs wurde es hektischer. Detmold wollte sich nicht so einfach geschlagen geben und versuchte nun mit allen Mitteln Druck auszuüben. Die Zweikämpfe wurden intensiver und der SCV tat sich zunächst schwer, für regelmäßige Entlastung zu sorgen. So kam es dazu, dass es zwischen den Minuten 50 und 65 einige brenzlige Situationen vor dem eigenen Tor zu überstehen galt. Einmal mehr glänzend aufgelegt zeigte sich in dieser Phase Wulf. Bei einer Doppelchance des TSV musste er binnen weniger Sekunden zweimal aus kurzer Distanz den Ausgleich verhindern (59.), ehe anschließend sowohl Felker (61.) als auch Cucchiara (64.) mit Distanzversuchen scheiterten. Danach war die Druckwelle des Tabellendritten überstanden und der SCV konnte sich wieder besser befreien. Je höher Detmold rückte desto mehr Platz bot sich den Blau-Gelben, um ihr Heil in Kontersituationen zu suchen. Eine davon fand in Gorji einen dankbaren Abnehmer. Sein Abschluss war allerdings zu harmlos für Pisarenko (68.). Kurz darauf setzte der kurz zuvor eingewechselte Ruwim Dick Leinung mustergültig in Szene. Sein Schussversuch wurde allerdings abgeblockt (71.). Die Partie hatte nun etwas von einem echten Thriller, denn Detmold stemmte sich weiter gegen die drohende Niederlage und der SCV bekam den Deckel nicht drauf. Nur wenige Augenblicke im Spiel bekam Alexander Peters die Kugel von Soylu auf dem Silbertablett serviert. Gorji hatte in der Mitte geschickt durchgelassen, doch Peters traf nur den Pfosten (78.). Wenig später stand Solyu selbst im Mittelpunkt. Gekonnt setzte er sich auf links gegen seinen Gegenspieler durch, zog ein paar Schritte Richtung Mitte und zog ab. Sein Schuss verpasste das Detmolder Gehäuse jedoch ebenso knapp (81.) wie ein weitere Verusch von Michael Janik aus der Distanz (83.). So hieß es weiter zittern und sich in jeden Zweikampf werfen, was vor allem die beiden Mittelfeldstrategen Wegs und Janik beherzigten. Immer wieder störte das Duo den Detmolder Spielaufbau und eroberte so wichtige Bälle. Auch Bornefeld wusste sich auf der rechten Seite ein ums andere Mal durchzusetzen. Er war dann auch Initiator der vermeintlichen Entscheidung. Ein abgewehrter Eckball landete zwanzig Meter vor dem Tor genau vor seinen Füßen. Den Schuss konnte Pisarenko noch so gerade parieren, Markus Dalecki stand jedoch goldrichtig und versenket die Kugel zum viel umjubelten 2:0 (87.). Ergeben sich in solchen Momenten viele Mannschaften ihrem Schicksal, so trotzte der TSV diesem Treffer und sorgte nur zwei Zeigerumdrehungen später für erneute Spannung. Smithen konnte einen Eckball am zweiten Pfosten irgendwie über die Linie bugsieren und sorgte angesichts von übertriebenen fünf Minuten Nachspielzeit für großes Zittern in den blau-gelben Reihen (89.). Letztendlich sollte aber nichts weiter passieren und so konnte man sich am Ende über drei hart erkämpfte, aber letztendlich verdiente Punkte freuen. Trainer Marco Cirrincione war entsprechend zufrieden: „Einem wahrlich starken Gegner haben wir deutlich Paroli geboten und als Team hervorragend funktioniert. Eine ähnlich fokussierte Leistung brauchen wir jetzt am Donnerstagabend, um das Fußballjahr bestmöglich abzuschließen.“

Zum Abschluss des Kalenderjahres 2018 geht es bereits am kommenden Donnerstag gegen den TSC Steinheim. Anstoß im Beketal ist um 19:30 Uhr.

Der SCV spielte mit:

Wulf – Nesic, Doms, Dalecki, Pohlmann (66. Dick) – Gorji (90. Schmidt), Wegs, Janik, Bornefeld – Soylu, Leinung (76. Peters)

Tore:

0:1 Wegs (12./Foulelfmeter), 0:2 Dalecki (87.), 1:2 Smithen (89.)

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