SCV findet kein Mittel – Nur Remis gegen Anreppen

Noch bevor man gegen jeden Gegner in der Bezirksliga Staffel 3 gespielt hat, ging es für unsere 1. Mannschaft am Samstag bereits zum zweiten Mal in dieser Saison gegen den SV Grün-Weiß Anreppen. Da am „Totensonntag“ traditionell die Bälle im Amateurfußball ruhen, wurde das Wochenende genutzt, um bereits den ersten Rückrundenspieltag zu absolvieren. Am Ende trennte man sich von dem Kellerkind aus dem Delbrücker Land mit einem 2:2 (1:1)-Unentschieden, was zu unzufriedenen Gesichtern im blau-gelben Lager führte.

Doch den Punkt hatten sich die Gäste durchaus verdient. Von Beginn an tat sich der SCV schwer, Lösungen gegen die von Anreppener Seite eher destruktive Spielweise zu finden. Zu oft ließ man sich darauf ein, auf die vielen weiten Bälle des GWA ebenfalls mit „langer Ware“ zu antworten. So entwickelte sich ein wenig ansprechendes Fußballspiel, was den Nachmittag bei unangenehmen Temperaturen nicht wirklich attraktiver machte für die Zuschauer. Im Tor stand übrigens mit Hendrik Hoischen ein Debütant im Dress der 1. Mannschaft. Rene Wübbeke wird mit einer Schambeinentzündung wohl in 2017 kein Spiel mehr bestreiten können. Nach knapp einer Viertelstunde musste Hoischen dann mit ansehen, wie der Ball fast hinter ihm einschlug. Anreppens Hürter hatte den Ball aus spitzem Winkel mit vollem Risiko genommen, scheiterte jedoch letztendlich am Innenpfosten des SCV-Gehäuses (14.). Glück für die Hausherren in dieser Szene, kurz darauf jedoch auch für die Gäste. Leinung hatte eine Hereingabe vom zweiten Startelfdebütanten Kleinert per Kopf im Tor untergebracht, stand dabei jedoch wohl knapp im Abseits (17.). So ging es mit 0:0 weiter, nur wenige Zeigerumdrehungen später gab es auf der gleichen Seite erneut Abseitsdiskussionen. Diesmal profitierte jedoch Blau-Gelb. Kran erlief auf halblinker Positionen einen von Carsten Smith hinter die Gästeabwehr getretenen Ball und überraschte mit seinem Direktversuch GWA-Keeper Meermeyer, der augenscheinlich auf den Abseitspfiff gewartet hatte und den Einschlag so nicht mehr verhindern konnte, 1:0 (21.). Eine Führung fast aus dem Nichts, denn bis dato gab es keine zwingende Überlegenheit der Gastgeber und auch nach dem Treffer wurde das Spiel der Radtke/Jost-Elf nicht besser. Dass man dann sogar noch unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff den Ausgleichstreffer schlucken musste, war eine Mischung aus Sorglosigkeit und Dummheit. Eine Anreppener Ecke segelte von der linken Seite quer durch den Strafraum und kam erst auf der anderen Seite wieder runter. Anreppens Kersting versuchte das Leder noch vor der Seitenauslinie zu stoppen, was ihm aber offensichtlich erst ein ganzes Stück dahinter gelang. Der herbeigeeilte Leinung brach daraufhin den Zweikampf einfach ab, wartete jedoch vergeblich auf ein Zeichen des Unparteiischen. Der stand seinerseits zu weit weg, um das Geschehen korrekt zu beurteilen und wäre auf die Fahne des Linienrichters angewiesen gewesen. Da diese jedoch unten blieb setzte Kersting das Spiel mit einer Flanke fort. Vor dem Tor hatten anscheinend noch mehrere SCV-Akteure den Ball im Aus gesehen. So kam Bertelsmeier am langen Pfosten mutterseelenallein zum Abschluss und hämmerte den Ball zum 1:1 unter die Latte (44.). Eine ebenso kuriose wie ärgerliche Szene, die man mit einem resoluteren Vorgehen einfach hätte unterbinden können.

So ging es ausgeglichen in die zweite Halbzeit, die genauso schlecht beginnen sollte, wie die erste geendet hatte. Noch keine fünf Minuten waren gespielt, als die SCV Defensive einen weiteren Eckball nicht konsequent klären konnte. Per Bogenlampe kam der Ball erneut zu Kersting, der dieses Mal selbst aus 14 Metern zum Abschluss kam und trocken zum 1:2 vollenden konnte (50.). Nun musste man also gegen sowieso schon stark defensiv ausgerichtete Gäste einem Rückstand hinterherlaufen, was im Fußball immer eine unangenehme Aufgabe darstellt. So war man fast zwangsläufig auf Standardsituationen angewiesen und durch eine solche kam man letztendlich auch zum 2:2. Bis zur 77. Spielminute musste man sich gedulden, ehe Kran einen Freistoß von der halbrechten Seite in den Gästestrafraum schlug. Am langen Pfosten kam Pöppe an das Leder, erwischte es zwar nicht voll, überraschte damit aber letztendlich auch Meermeyer, der den eigentlich haltbaren Ball nicht erreichte und so war das Spiel wieder ausgeglichen. Um ein Haar hätte es sogar noch ein Happy End gegeben, doch Gorji und Smith waren sich nach einer weiteren Freistoßflanke von Kran nicht einig und so kam am Ende keiner von beiden aus kurzer Distanz zum Abschluss (90.).

Ein Sieg wäre aber auch definitiv nicht verdient gewesen. Es wurde einfach zu wenig Fußball gespielt, das kann der Tabellenführer sicherlich besser. Kompliment aber auch an Anreppen. Der GWA hat gezeigt, welche Tugenden es braucht, um dem Ligaprimus das Lebens schwer zu machen und so nahm man unter dem Strich verdientermaßen einen Punkt mit nach Hause. Der Vorsprung des SCV auf den Hövelhofer SV (6:1-Sieg in Blomberg) ist durch das Unentschieden auf sechs Punkte geschmolzen. Zudem hat der HSV noch sein Spiel in Dringenberg nachzuholen. Für die Bekekicker geht es am kommenden Sonntag mit dem Auswärtsspiel beim TSV Horn weiter.

Der SCV spielte mit:

Hoischen – Kleinert (79. Nesic), Pöppe, Wiehmeier, C.Smith – Janik, Wegs (65. Schröder) – Kran, Lütkefedder, Dick – Leinung (53. Gorji)

Tore:

1:0 Kran (21.), 1:1 Bertelsmeier (44.), 1:2 Kersting (50.), 2:2 Pöppe (77.)

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