SCV heißt Detmold willkommen in Staffel 3

Nach den ersten beiden Spieltagen dürften sich die Akteure des Post TSV Detmold bestätigt gefühlt haben. Auf eigenen Wunsch trat man vor der Saison einen Staffelwechsel an und ließ sich von der Bezirksliga Staffel 2 in die hiesige Staffel 3 versetzen. Dabei machten die Verantwortlichen keinen Hehl um ihren hauptsächlichen Beweggrund. In der Staffel 3 sei es wesentlich einfacher, um den Aufstieg mitzuspielen, war es den Presseberichten zum Staffelwechsel zu entnehmen. Die ersten deutlichen Ergebnisse gegen Borgentreich (10:0) und Ostenland (4:0) ließen auch direkt aufhorchen. Doch spätestens gestern um 17:19 Uhr dürften die Detmolder Gäste im Beketal in der neuen Liga angekommen sein. Mit einem hochverdienten 4:1 (2:0) fegte der SCV die Postler vom heimischen Geläuf und zeigte sich selbst in 45-minütiger Unterzahl deutlich überlegen.

Mit dem erst 18-jährigen Miguel Soylu war ein waschechter Lipper in der Startelf der Beweis für die außerordentliche Breite im Kader der Blau-Gelben. In den ersten 180 Minuten der Saison durfte das Nachwuchstalent nur zuschauen, bekam dann gestern aber gleich von Beginn an das Vertrauen des Trainerteams. Und das zahlte sich schnell aus. Bereits früh im Spiel bekam Soylu die erste sehr gute Einschussgelegenheit, traf aber nach Kopfballverlängerung von Mark Leinung den Ball aus zentraler Position frei vor dem Detmolder Tor nicht richtig und verfehlte das Gehäuse (8.). Besser machte er es nur kurze Zeit später. Von Lütkefedder bedient nahm er den Ball im Strafraum aus halblinker Position mit vollem Risiko aus der Luft und jagte die Kugel unhaltbar ins lange Eck. Ein Traumtor zur verdienten 1:0-Führung (10.). Dass dieses auch alle elf Neuenbeker bejubeln durften war allerdings der Großzügigkeit der jungen Schiedsrichterin zu verdanken. Denn vor den beiden Chancen für Soylu hatte Abwehrchef Julian Wiehmeier Glück, als er bei einem langen Ball der Gäste den – allerdings aus dem Abseits gestarteten – davoneilenden Felix Buba per Trikotzupfer kurz vor dem Strafraum stoppte. Eine klassische Notbremse, die allerdings nur mit der gelben Karte bestraft wurde (7.). Eine Schrecksekunde, doch von da an kannte das Spiel eigentlich nur eine Richtung. Sichtlich überrascht vom engagierten Pressing der Gastgeber tat sich der PTSV schwer, selbst Akzente zu setzen. Die spielstarken Buba, Fiorilli und Cömert hatten viel zu selten genug Platz, um gewinnbringende Aktionen zu generieren. Immer wieder wurden ihre Aktion von der umtriebigen SCV-Defensive gestört. Stattdessen verlagerte sich das Spielgeschehen weitestgehend in die Detmolder Spielfeldhälfte. In der 26. Spielminute gab es nach Foul an Ruwim Dick einen Freistoß aus halbrechter Position. Soylu schlug diesen vor das Tor und alle Gästeakteure schienen sich darauf zu verlassen, dass der immer länger werdende Ball im Toraus landen würden. Nicht so Peyman Gorji. Er lief durch, köpfte die Kugel parallel zur Torauslinie vor das Tor und Daniel Lütkefedder vollendete per Flugkopfball zum 2:0 (26.). Auch diesen zweiten Treffer verdiente sich der SCV, spätestens in der Folge. Denn bis zur Pause ließ man nicht eine gegnerische Torchance zu, strahlte selbst aber immer wieder Gefahr aus, wenn auch die ganz großen Gelegenheiten ausblieben. So ging man mit der Zwei-Tore-Führung in die Kabine. Ein trügerisches Ergebnis, denn bei einem Gegentor in Halbzeit zwei kann so ein Spiel schnell auch mal kippen.

Und der zweite Durchgang begann denkbar schlecht. Dick sah nach nicht einmal 60 Sekunden für ein relativ harmloses Foulspiel auf der rechten Offensivseite die gelbe Karte. Sichtbar unwissend, dass Dick bereits in Durchgang eins verwarnt wurde, wollte die Unparteiische hier ein Zeichen setzen. Auf den Hinweis der Detmolder blieb ihr dann keine andere Wahl, als Dick mit der Ampelkarte des Feldes zu verweisen. Mit zunehmender Spielzeit hatten beide Mannschaften offensichtlich so ihre Schwierigkeiten mit der ein oder anderen Entscheidung. Die Summe der gelben Karten wurde mit insgesamt neun der harten, aber im Gesamten fairen Partie nicht wirklich gerecht. Doch Fußball wurde zum Glück auch noch gespielt. Die Hausherren brauchten ein paar Minuten, um sich nach dem Platzverweis neu zu sortieren, fingen sich dann aber schnell wieder und drückten nach gut einer Stunde der Partie wieder ihren Stempel auf. Jan Höscher war mittlerweile für Soylu in die Partie gekommen und fand sich direkt gut ein im Spiel der Blau-Gelben. Der Joker brauchte nur zwölf Minuten, ehe er für die Vorentscheidung sorgte. Vorausgegangen war allerdings ein Wahnsinnssolo von Gorji. Der fegte auf der linken Seite gleich an drei Gegenspielern vorbei, kratzte die Kugel von der Torauslinie und drang dann in den Strafraum ein. Der erste Versuch einer Hereingabe wurde noch geblockt, doch per Kopf holte sich Gorji erneut das Leder. Sieben Meter vor dem Tor nahm Hölscher dann den Ball volley und drosch ihn zum 3:0 ins Netz (65.). Mit zehn Mann bestimmte man auch in der Restspielzeit das Geschehen und setzte sogar noch einen drauf. Auf Flanke von Lütkefedder durfte Gorji ebenfalls noch einen eigenen Treffer bejubeln (75.). Per Kopf sorgte er für das 4:0 und den endgültigen Knockout für Detmold. Da fiel auch der Treffer zum 4:1 kaum noch ins Gewicht, was den direkt getretenen Freistoß von Fiorilli nicht minder sehenswert machte (83.). Der ebenfalls eingewechselte Michael Janik hatte auf Zuspiel von Gorji noch das 5:1 auf dem Fuß, scheiterte aber an Gästekeeper Pisarenko (87.). Danach war Schluss im Beketal und die Mannschaft von Marco Cirrincione und Bastian Jost holte sich sichtlich zufrieden ihren verdienten Applaus der Anhänger ab. Zufrieden zeigte sich auch Chef-Coach Cirrincione: „Die Mannschaft hat mit viel Leidenschaft verteidigt und es mit einem hohen Laufpensum zusätzlich geschafft eigene Torchancen zu kreieren. Am Ende war der Sieg hochverdient.“ Gleichzeitig hat er aber auch schon den kommenden Gegner im Visier: „Wir müssen jetzt auf diesen guten Start aufbauen und ihn veredeln. Der nächste Gegner ist bekanntlich immer der schwerste. Entsprechend werden wir uns vorbereiten und mit viel Selbstbewusstsein und einem klaren Plan Richtung Steinheim fahren.“

Für den SCV geht es kommenden Sonntag mit dem Auswärtsspiel beim TSC Steinheim weiter. Der Aufsteiger ist bisher noch nicht in der Liga angekommen, verlor gestern 0:1 beim SC Ostenland und konnte bisher noch keine Punkte verbuchen.

Der SCV spielte mit:

Wübbeke – Nesic, Wiehmeier, Bornefeld – Dalecki, Schröder – Gorji, Lütkefedder (87. Strathaus), Dick – Leinung (70. Janik), Soylu (53. Hölscher)

Tore:

1:0 Soylu (10.), 2:0 Lütkefedder (26.), 3:0 Hölscher (65.), 4:0 Gorji (75.), 4:1 Fiorilli (83.)

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