SCV mit reifer Leistung zum Sieg

Mit einem durchweg überzeugenden Auftritt hat unsere 1. Mannschaft gestern Abend das Derby gegen den Tabellendritten DJK Mastbruch vor heimischer Kulisse für sich entschieden. Am Ende stand ein hochverdientes 3:1 (2:0) zu Buche. Mann des Abends war mit einem sehenswerten Freistoßtreffer und zwei Vorlagen ohne Frage der junge Miguel Soylu.

Von Beginn an zeigte sich der SCV gewillt, die gut 150 Zuschauer für die letzten beiden Heimunentschieden (jeweils 2:2 gegen Atteln und Ostenland) an diesem Abend zu entschädigen. Dies gelang vor allem, weil man mit dem Selbstbewusstsein eines um dreizehn Punkte enteilten Tabellenzweiten auftrat. Die Gäste aus Mastbruch und insbesondere deren Toptorjäger Julius Brinkmann (33 Saisontore) bekamen durch ein mannschaftstaktisch geschlossenes Auftreten keine Chance ins Spiel zu finden. Zu abgeklärt zeigten sich die Blau-Gelben in den Zweikämpfen. Dafür litt das Umschaltspiel nach Ballgewinn zunächst noch an kleinen Schönheitsfehlern. Auch deshalb wurde man erst einmal hauptsächlich über Standardsituationen richtig gefährlich. Nachdem Jan Pohlmann einen Distanzschuss nur Zentimeter neben das Tor setzte (7.), gab Miguel Soylu eine erste Duftmarke in Form eines ruhenden Balles ab. Seinen Freistoß aus rund 18 Metern konnte Mastbruchs Keeper Raspel noch so gerade aus dem Winkel fischen (13.). Zwei Minuten später klingelte es dennoch in seinem Kasten. Diesmal war es eine scharf getretene Ecke von Soylu, die für Gefahr sorgte. Rene Wegs kam schließlich mutterseelenallein zum Kopfball und setzte die Kugel zum 1:0 in die Maschen (19.). Eine verdiente Führung angesichts der Spielanteile. Doch mit diesem einen Tor gaben sich die Bekekicker noch nicht zufrieden. Mutig suchte man weiter den Vorwärtsgang und begann schon früh in der gegnerischen Hälfte zu pressen. Das 2:0 sollte allerdings von ganz hinten eingeleitet werden. Tayfun Türk, der im Tor den Vorzug vor Alexander Wulf erhalten hatte, trat einen Abstoß bis über die Mittellinie. Der nicht gerade groß gewachsene Soylu kam per Kopf an den Ball und verlängerte die Kugel so bis an den Mastbrucher Strafraum. Dino Nesic und Peyman Gorji eilten beide in Richtung des Spielgeräts, während Raspel aus seinem Kasten stürzte, um die Situation zu klären. Da er dabei aber seinen Strafraum verließ musste er per Fuß zum Ball, verfehlte diesen jedoch. Nutznießer war Nesic, der wenig Mühe hatte, in das verwaiste Tor einzuschießen (35.).  Der bereits 18. SCV-Torschütze in dieser Saison. Rekordverdächtig. Bis zur Pause tat sich dann nicht mehr allzu viel, es ging mit dem 2:0 in die Halbzeit.

Es waren noch keine zehn Minuten im zweiten Spielabschnitt absolviert, da war das Trainerteam Cirrincione/Jost schon zu einem Doppelwechsel gezwungen. Rene Wegs und Jan Pohlmann signalisierten beide, dass es für sie verletzungsbedingt nicht weitergehen würde. Für das Duo kamen Ruwim Dick und Daniel Lütkefedder ins Spiel. Und Letzterer hätte fast den perfekten Einstand gehabt. Nach einem weiteren haarsträubenden Ausflug Raspels aus seinem Tor bekam Lütkefedder aus 25 Metern die Möglichkeit, das Spiel zu entscheiden. Für den außer Reichweite weilenden Torwart rettete jedoch ein Mastbrucher Abwehrmann vor der Linie (56.). So galt es, weiter hochkonzentriert zu bleiben, was dem SCV aber insbesondere bei der Defensivarbeit herausragend gelang. Julian Wiehmeier, Lars Bornefeld und der für Pohlmann in die letzte Reihe rotierte Jens Schröder hatten bis Spielschluss eine nahezu makellose Zweikampfbilanz vorzuweisen, was die Mastbrucher Angreifer mit zunehmender Spieldauer zur Verzweiflung trieb. Und nach vorne ergaben sich auch noch genügend Möglichkeiten. Für die Entscheidung sorgte jedoch erneut ein ruhender Ball. Nesic wurde an der Strafraumgrenze gefoult und Soylu legte sich den Ball parat. Humorlos hämmerte er anschließend den Ball in den Winkel des Torwartecks. Dennoch keine Abwehrchance für Raspel, 3:0 (71.). Damit war die Messe gelesen, das Ergebnis hätten die Blau-Gelben aber durchaus noch ausbauen können. Vor allem der in den Schlussminuten überaus agile Gorji trieb Angriff um Angriff voran. Nur eine Minute nach dem 3:0 führte ein sehenswerter Spielzug über Bornefeld und Lütkefedder zu einer Hereingabe von Dick. Gorji hätte aus drei Metern eigentlich nur noch vollenden müssen, setzte die Kugel allerdings irgendwie über das Tor (72.). Nur zwei Zeigerumdrehungen später enteilte Gorji der DJK-Abwehr mit seiner Schnelligkeit über die rechte Seite. Von der Torauslinie legte er den Ball zurück auf Lütkefedder, dessen Abschluss war jedoch zu unplatziert und konnte von Raspel entschärft werden (74.). Mit jeder Szene schien der Wille bei Gorji immer größer. Doch weder sein Pass auf Soylu (83.), noch eine eigene Abschlussmöglichkeit (86.) führten zum gewünschten Torerfolg. Den hatten dann kurz vor dem Ende überraschenderweise und mit dem erst zweiten Torschuss der Partie doch noch die Gäste. Dabei schlug DJK-Angreifer Klesser zunächst noch ein Luftloch und traf statt des Balles nur die Hüfte von Dick. Dieses Foul ließ die ansonsten sehr umsichtige Schiedsrichterin jedoch ungestraft und so bekam Klesser erneut die Möglichkeit zum Abschluss. Aus vier Metern blieb Türk keine Chance und so hieß, wie auch am Ende der Partie, nur noch 3:1 für den SCV (89.).

Unter dem Strich eine sehr reife Leistung des Tabellenzweiten, der nun mit genügend Selbstbewusstsein zum Spitzenspiel nächsten Sonntag nach Nieheim reisen kann.

Der SCV spielte mit:

Türk – Bornefeld, Wiehmeier, Pohlmann (55. Dick) – Schröder, Wegs (55. Lütkefedder), Dalecki (76. Horoszko), Nesic, Doms – Soylu, Gorji

Tore:

1:0 Wegs (19.), 2:0 Nesic (35.), 3:0 Soylu (71.), 3:1 Klesser (89.)

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