SCV stolpert in Atteln

Atteln und der SCV. Seit einigen Jahren besteht eine besondere Verbindung zwischen dem SV 21 und unserem Sportclub Victoria. Und so ist es irgendwie auch immer eine besondere Konstellation, wenn diese beiden Vereine aufeinander treffen. Im gestrigen Duell war es für unsere Jungs ein schmerzliches Aufeinandertreffen, denn am Ende musste man trotz eines beherzten Aufbäumens in eine 1:2 (0:2)-Niederlage einwilligen und damit die ersten Punkte dieser Spielzeit abgeben.

Das lag vor allem daran, dass die Blau-Gelben in den ersten 30 Minuten des Spiels das Wort „Freundschaft“ viel zu großzügig interpretierten. Atteln zeigte wenig Respekt vor dem Tabellenführer und versteckte sich in der Anfangsphase keineswegs. Der SCV hingegen, der insgesamt sechs Ausfälle kompensieren musste, hatte auf dieses forsche Auftreten nicht die richtigen Antworten parat. Die Cirrincione-Elf agierte zu zögerlich in den Zweikämpfen und zu hektisch im Spiel mit dem Ball. Vor allem Attelns linke Angriffsseite um den agilen Kai Schumacher stellte die SCV-Defensive das ein ums andere Mal vor Probleme. Nach ziemlich genau einer Viertelstunde kam dann noch der Ausfall von Julian Wiehmeier erschwerend hinzu. Nach einem Zweikampf mit Attelns Köhler blieb der Abwehrchef mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen und musste letztendlich mit einer Knieverletzung vom Feld. Die kurze numerische Überlegenheit bis zur Einwechslung von Jan Pohlmann nutzte Atteln dann eiskalt aus. Eine Flanke von Kahmen konnte Marco Backhaus am zweiten Pfosten per Kopf zum 1:0 verwerten (15.). Hier wäre Wiehmeiers Kopfballstärke sicher gefragt gewesen. Und auch das nächste Luftduell ging an die Gastgeber. Dieses Mal ging es über Attelns rechte Seite, wo Lars Backhaus nicht entscheidend an einer Flanke gehindert werden konnte. Seine scharfe Hereingabe fand den Kopf von Rosenkranz und es stand plötzlich 2:0 (18.). Mit einem frühen Doppelpack hatte der SVA schon am vergangenen Donnerstag den Hövelhofer SV überrumpelt und das Pokalspiel gegen die favorisierten Gäste schließlich gewonnen. Ein ähnliches Schicksal drohte nun dem SCV, der noch einige Zeit brauchte, um seinerseits endlich in die Partie zu finden. Bis dahin lag der Ball noch ein drittes Mal im Gehäuse, welches gestern von Alexander Wulf anstelle von Rene Wübbeke gehütet wurde. Glücklicherweise entschied der Schiedsrichter beim zweiten Treffer von Rosenkranz – ebenfalls per Kopf – auf Abseits (23.).

Nach knapp einer halben Stunde kamen die Blau-Gelben dann so langsam in die Partie und legten die Zurückhaltung nach und nach ab. Peyman Gorji gab mit einem Schuss ans Außennetz eine erste Duftmarke ab (31.), ehe er die ganz dicke Chance zum Anschlusstreffer hatte. Ruwim Dick setzte sich auf der rechten Seite gut durch, dribbelte mit dem Leder in den Strafraum und bediente Gorji, der freistehend aus zwölf Metern an Atteln-Keeper Mantasl scheiterte (36.). So ging es mit dem 0:2 in die Kabine.

In Halbzeit zwei ergab sich dann ein ganz anderes Bild. Der SCV zeigte sich sichtlich bemüht, dem Spiel noch eine Wendung geben zu wollen, während sich der SVA mehr und mehr auf die Defensive konzentrierte und vornehmlich versuchte, die Neuenbeker Vorstöße zu unterbinden. So war es nicht leicht für Cirrinciones Mannen, Lücken in der Attelner Abwehrreihe auszumachen und gewinnbringend zu nutzen. Je weiter die Uhr tickte, desto deutlicher presste man nun den Gegner in die eigene Hälfte und spätestens mit der Hereinnahme von Alexander Peters holte der Trainer die „Brechstange“ raus. Zusammen mit Mark Leinung sollte nun in vorderster Front für Lufthoheit gesorgt werden, um über die zweiten Bälle zum Torerfolg zu kommen. Und genauso fiel dann eine Viertelstunde vor Schluss auch das 1:2. Ein weiter Abschlag von Wulf tickte weit in der gegnerischen Hälfte einmal auf und Peters nahm seinen wuchtigen Körper zur Hilfe, um sich in Schussposition zu bringen. Aus fünfzehn Metern ließ er Mantasl keine Abwehrchance und läutete mit diesem Treffer die Schlussoffensive für seine Farben ein (75.). Das erhöhte natürlich die Anfälligkeit für Konter, denn die Dreier-Abwehrreihe rückte nun weit auf, so dass Lars Bornefeld und Jens Strathaus nun auch verstärkt als Spieleröffner gefragt waren. Atteln konnte so den ein oder anderen Ballgewinn für schnelle Konter nutzen, jedoch ohne sich in klare Abschlusssituationen zu bringen. Und wenn ein Ball auf das Tor kam, war Wulf ein sicherer Rückhalt für seine Mannschaft. Die Partie nahm nun noch einmal an Intensität zu und der SCV drängte auf den Ausgleich. Leinung hatte bei einer Hereingabe vom eingewechselten Carsten Smith die Fußspitze am Ball, konnte den herausstürzenden Mantasl aus kurzer Distanz allerdings nicht überwinden (81.). Kurz vor Schluss war er dann erneut mitten im Geschehen. Für sein rustikales Einsteigen gegen Krybus sah der Angreifer zurecht die gelbe Karte. Zur Überraschung aller zog Schiedsrichter Jens Weber jedoch die rote Karte hinterher und verwies Leinung also per Ampelkarte des Feldes, was für Empörung auf Seiten des SCV sorgte. Denn Leinung war zuvor gar nicht mit einer gelben Karte belastet gewesen. Doch alle Proteste halfen nicht und so musste der SCV das Spiel mit zehn Mann beenden (88.). In den restlichen Minuten hoffte man vergeblich auf den Ausgleich. Atteln hätte stattdessen in der Nachspielzeit durch Pietsch das 3:1 erzielen müssen. Wulf entschärfte den Abschluss und so blieb es bei dem insgesamt nicht unverdienten 2:1 für den SVA.

Die ersten Punktverluste im achten Spiel lassen den SCV in der Tabelle gleich bis auf Rang drei abrutschen. Als neuer Primus grüßt die punktgleiche DJK Mastbruch vor dem Post TSV Detmold. Am kommenden Sonntag gastiert der VfR Borgentreich im Beketal.

Der SCV spielte mit:

Wulf – Bornefeld, Wiehmeier (15. Pohlmann), Strathaus – Gorji, Schröder, Dalecki, Dick (70. Smith) – Doms – Soylu (60. Peters), Leinung

Tore:

1:0 M.Backhaus (15.), 2:0 Rosenkranz (18.), 2:1 Peters (75.)

Gelb-Rote Karte:

Leinung (88.)

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