Zweiter Sieg im zweiten Spiel – SCV gewinnt beim SV Heide

Nach dem zitterigen Auftaktsieg letzte Woche gegen Anreppen ging es im ersten Auswärtsspiel der Saison für unsere 1. Mannschaft zum für viele Experten als Mitfavoriten gehandelten SV Heide Paderborn. Schon vor dem Spiel war klar, dass vor allem defensiv eine Leistungssteigerung her musste, um Zählbares mit ins Beketal zu nehmen. Diese Steigerung war deutlich erkennbar, denn nach 90 Minuten hatte der SV Heide lediglich eine Torchance auf der Habenseite, während der SCV fast ein Dutzend Einschussgelegenheiten verzeichnen konnte. Am Ende hieß es 2:0 (1:0) für die Bekekicker, ein gelungener Saisonstart mit der maximalen Punkteausbeute nach zwei Spielen. Das Trainerduo Marco Cirrincione/Bastian Jost hatte die Startelf ordentlich durcheinander gewirbelt und brachte gleich vier neue Spieler (Hölscher, Doms, Wiehmeier und Dick) im Vergleich zur Vorwoche. Entsprechend bekamen alle Mannschaftsteile frisches Blut und auch mannschaftstaktisch neue Aufgaben, die schlussendlich nicht nur für den Sieg, sondern insbesondere defensiv für eine sehr ansprechende Leistung sorgten.

Schon nach wenigen Minuten ließ sich erkennen, dass der Coach der Gastgeber, Markus Driller, seine Mannen zur Vorsicht ermahnt haben wird. Ziemlich respektvoll agierten die Heider und versuchten vornehmlich, kein zu hohes Risiko in den Ballaktionen zu gehen. Der SCV hingegen präsentierte sich von Beginn an kompakt in der Arbeit gegen den Ball, um nach Ballgewinn dann ein temporeiches Umschaltspiel zu generieren. So sorgte man bei jeder Aktion in des Gegners Hälfte fast automatisch für Gefahr und bereits früh in der Partie musste der Unparteiische die Heider Abwehraktionen oft mit einem Freistoßpfiff quittieren. So auch nach knapp zehn gespielten Minuten auf der halbrechten Seite. Den anschließenden ruhenden Ball übernahm Welker. Und der Routinier fackelte nicht lange. Während sich die SVH-Defensive noch ordnete schlug er gedankenschnell die Kugel flach in den Strafraum und während Doms noch verpasste schob Lütkefedder den Ball aus spitzem Winkel zum 0:1 ins lange Eck (9.). Die frühe Führung spielte den Blau-Gelben in die Karten, denn nun musste Heide automatisch mehr tun. Der SCV verschob aber in allen Mannschaftsteilen sehr gut, so dass die Gastgeber oft zu langen Bällen gezwungen waren, die jedoch bis auf eine Hereingabe des schnellen Law, welche an Freund und Feind vorbeisegelte (17.), kaum für Gefahr sorgten. Ganz anders ging es auf der Gegenseite zu. Zunächst versuchte es Dalecki aus der Distanz, sein Ball strich nur Zentimeter am Tor vorbei (21.). Noch näher dran am zweiten Treffer war Lütkefedder, er traf mit einem satten Rechtsschuss allerdings nur den Pfosten (26.). Auch Gorji versuchte wenig später sein Glück, zielte aber bei seinem Versuch ein wenig zu hoch (29.). Eine halbe Stunde war gespielt, als der SCV dann zum Wechseln gezwungen wurde. Jan Welker verdrehte sich das Knie, als er einen Heider Befreiungsschlag blockte. Für ihn ging es nicht weiter, Mark Leinung ersetzte ihn fortan (31.). Und es ging munter weiter im blau-gelben Vorwärtsgang. Das 0:2 schien nur eine Frage der Zeit zu sein, sollte aber bis zur Pause dennoch nicht fallen. Erneut Lütkefedder hatte noch eine gute Einschussmöglichkeit, Heides Keeper Müller verkürzte den Winkel aber geschickt und verhinderte so einen höheren Rückstand für seine Farben (36.). Und fast wäre dieser Chancenwucher noch bestraft worden, als Heides Aydincan plötzlich am langen Eck zum Kopfball kam, aber glücklicherweise nur das Außennetz traf (43.). So blieb es bei der knappen Führung für den SCV, der sich den Vorwurf gefallen lassen musste, nicht schon für klarere Verhältnisse in Form einer höheren Führung gesorgt zu haben.

Den zweiten Durchgang begann man dann nicht mehr ganz so dominant. Das Spiel verlagerte sich mehr in Richtung Spielfeldmitte, das letzte Drittel vor dem eigenen Tor hielten die Mannen um Abwehrchef Wiehmeier aber weiterhin blitzsauber. Sobald sich die Gastgeber über die Mittellinie wagten sorgte man mit kompromisslosem Zweikampfverhalten immer wieder für Ballgewinne und mit zunehmender Spielzeit entwickelte man auch wieder Zug zum Tor. Dick setzte einen Fernschuss auf die Latte (57.), ehe das erlösende zweite Tor nach exakt einer Stunde fallen sollte. Ein Heider Defensivakteur entschied sich, einen Richtung Torauslinie rollenden Ball gegen Lütkefedder lediglich abzuschirmen anstatt ihn zu klären. Lütkefedder agierte clever, luchste seinem Gegenspieler die Kugel noch vor Überqueren der Linie ab und hatte frei Bahn. Am Fünfmetereck behielt er die Übersicht, bediente Gorji und der vollendete ins verwaiste Tor (60.). Das hochverdiente 2:0 war trotz verbleibender dreißig Minuten eine kleine Vorentscheidung, denn Heide fiel auch in der Folge nicht viel ein. Doch wie schnell ein Spiel durch eine Unachtsamkeit kippen kann, weiß wohl jeder, der selbst einmal gekickt hat. Und so hätte es den Blau-Gelben gut zu Gesicht gestanden, wenn Leinung sieben Minuten vor dem Ende für die endgültige Entscheidung gesorgt hätte. Nach feinem Zuspiel von Hölscher ging er frei auf Müller zu, scheiterte mit seinem Abschluss aber am SVH-Keeper (83.). So musste man sich weiter gedulden, der Sieg sollte nach einer kleinen Drangperiode der Gastgeber zum Schluss jedoch nicht mehr wirklich in Gefahr geraten. Entsprechend zufrieden zeigte sich Cirrincione nach der Partie: „Das Team hat sich im Vergleich zur Vorwoche gesteigert und eine mannschaftstaktisch sehr ordentliche Leistung abgeliefert. Dies gilt es jetzt weiterzuentwickeln, um dem Tabellenführer aus Detmold ähnlich Paroli bieten zu können.“

Eine geschlossene Mannschaftsleistung mündet letztendlich in einem verdienten Auswärtssieg, so dass die Zuschauer sich am kommenden Wochenende auf einen besonderen Leckerbissen freuen dürfen. Dann gastiert nämlich der hoch gehandelte Post SV Detmold im Beketal. Die Lipper haben nach ihrem Wechsel in die Staffel 3 durch zwei souveräne Auftaktsiege gegen Borgentreich (10:0) und Ostenland (4:0) aufhorchen lassen und grüßen aktuell von der Tabellenspitze. Eine echte Standortbestimmung also für unsere Jungs, die auf reichlich Unterstützung am Sonntag hoffen.

Der SCV spielte mit:

Wübbeke – Nesic, Wiehmeier, Bornefeld – Doms, Dalecki (85. Wegs) – Gorji, Lütkefedder, Dick – Welker (31. Leinung), Hölscher (90. Schmidt)

Tore:

0:1 Lütkefedder (9.), 0:2 Gorji (60.)

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